Debussy

Harmonie du Soir

Cinq poèmes de Charles Baudelaire …
Claude Debussy, Albert Roussel, Eric Satie, Juan Allende-Blin
Konzeption: Dorothee Mields & Lucius Rühl 


Dorothee Mields & Lucius Rühl (Konzertmitschnitt)

Juan Allende-Blin (1928*) – Jardin

Claude Debussy – Le balcon

Claude Debussy – Le jet d’eau

Claude Debussy – La mort des amants

Albert Roussel – Le bachelier de salamanque

Eric Satie – Chanson du chat

Eric Satie – Je te veux

 

Andreas Daams / NRZ 5.10.2017 zum Konzert Kleve 26.9.2017 Kleve.

…Da ging es um nichts anderes als ums Schweben: Eine Singstimme – der herrlich wandlungsfähige Sopran von Dorothee Mields – schwebt durch impressionistische Klavier-Klangwolken. Die weichen, nasalen Vokale der französischen Sprache schweben durch Sprachbilder. Die Hände des wunderbaren Pianisten Lucius Rühl schweben über die Tasten und erzeugen dabei jenen fast erotischen Sound, der das Klavierlied so intim macht. Und man selbst schwebt auch, wenn man die Augen schließt.

Äußerst selten zu hören

…Schon die fünf Baudelaire-Vertonungen von Debussy waren ja eigentlich ein Ereignis. Zumal mit diesen beiden Interpreten. Ausgesprochen feinnervig beleuchteten sie die wechselnden Stimmungen, zugleich arbeiteten sie dabei die große Linie heraus. Wenn man sich darauf einlässt, ist das großartig. Im Kontrast dazu die weitaus pointierteren Klavierlieder des Debussy-Zeitgenossen Albert Roussel. Der ist in Deutschland weitgehend unbekannt, was sehr schade ist. In den Liedern kommentiert das Klavier die Regungen der besungenen Protagonisten – also ein viel klassischerer Ansatz als bei Debussy.

Die Zugabe – „Je te veux“, eine Art Welthit zwischen Klassik und leichterer Muse – fasste das Programm noch einmal treffend zusammen. Es geht ums Gefühl, immer. Aber das so raffiniert, dass das Zuhören viel interessanter zu sein scheint als das Gefühl selbst. Das muss man erst mal schaffen.